30. August 2017
Einkommenssteuer - Nachdenken lohnt sich

Einkommenssteuer - Nachdenken lohnt sich


Gestern habe ich eine Podiumsdiskussion mit allen Bundestagkandidaten unseres Wahlkreises besucht. Der Kandidat der CDU bekam eine Frage zur Einkommenssteuer, und ob es gerecht sei, dass ab ungefähr 60.000 Euro im Jahr schon der Spitzensteuersatz anfalle? Er antwortete recht unsicher darauf, dass ja die 60.000 gar nicht so weit von der Mitte der Gesellschaft entfernt wären, verteidigte aber die Progression der Einkommenssteuer.

Aber gucken wir uns das doch mal genauer an. Ja 60.000 liegt genau im Mittelfeld der Haushaltseinkommen und repräsentiert ganz gut eine normale Mittelschicht-Familie. Das hier schon der Spitzensteuersatz greift und jemand mit mehreren Millionen Euro Einkommen im Jahr einen kaum höheren Satz zahlt, ist mehr als ungerecht! Dieses Problem ist der sogenannte "Mittelstandsbauch", ein Phänomen bei dem der deutsche Mittelstand besonders belastet wird. Das Steuermodell der CDU entlastet deshalb hier, meist sogar stärker als das Modell welches die SPD vorschlägt!

Hier ein Rechenbeispiel:

Der Mann ist Fachinformatiker und kommt auf 60.000 Euro brutto im Jahr, seine Frau arbeitet Teilzeit und kommt auf 12.000 Euro brutto im Jahr. Dazu haben sie zwei Kinder. Bei dem Tarif der CDU würde die Familie 800 Euro im Jahr sparen, bei dem Modell der SPD nur 200 Euro.

Aber wie sieht es weiter oben aus? Die CDU entlastet auch die höheren Einkommen stark. Ein Single der 1 Millionen im Jahr verdient, bekommt sogar mit etwas über 600 Euro, eine fast genauso hohe Entlastung. 
Das Problem ist hier das Entlastungen bei Besserverdienern keinen wirtschaftlichen Effekt haben. Das hat die Regierung Bush gezeigt, die trotz massiver Steuergeschenke an die Reichen keine wirtschaftliche Erholung schaffen konnte. Das einzige Ergebnis war ein gewaltiges Defizit im Staatshaushalt!
Diesen Fehler darf Deutschland nicht machen, Einkommenssteuerreformen sollten aufwandsneutral sein, um den Haushalt nicht unnötig zu belasten. 
Hier setzt das Steuermodell der Linken an. 
Es verlegt den Spitzensteuersatz nach hinten, so das er später greift und erhöht den Steuerfreibetrag. Die Familie aus unserem Beispiel oben, würde bei dem Modell der Linken z.B. fast 6.800 Euro im Jahr sparen. Also 6.000 Euro mehr als bei der CDU! Der Single mit der Millionen im Jahr, wird hingegen um über 100.000 Euro mehr belastet, was die massiven Entlastungen für die Mittelschicht und die Geringverdiener gegenfinanziert. Dabei sind es auch vor allem Kinder die hier einen positiven Effekt haben auf den Tarif, denn Familien werden bei uns besonders belastet.
Wirtschaftlich macht dieses Modell mehr Sinn, denn es gibt denen das Geld die es wirklich brauchen. Denen die auf ein Eigenheim sparen oder bei denen es direkt wieder in den Konsum fließt. Der erhöhte Steuerfreibetrag erleichtert es Studenten sich was dazu zu verdienen. Während Reiche das Geld meistens nur sparen und es wirtschaftlich keinen Nutzen mehr hat, fließt es nun direkt in den Wirtschaftskreislauf zurück. 
Da Deutschland allgemein unter einer schwachen Binnenkonjunktur leidet, würde dieses unsere Wirtschaft unabhängiger machen ihr ein starkes Fundament geben.

Wir fassen also zusammen: Das Steuerkonzept der Linken ist komplett gegenfinanziert und entlastet vor allem die Mittelschicht und Familien. Es steigert direkt den Konsum und fördert damit die Unternehmen.

 

Felix Mönkemeyer

 

Zweitstimme für die LINKE.

zweitstimme

Powered by Joomla!. Template modifiziert 2011 von B. Mex. Gültiges XHTML und CSS. Optimiert für Mozilla Firefox.