10. November 2014
1 Jahr Pflege am Boden in Hameln

Seit einem Jahr tragen Pflegekräfte aus Hameln und Umgebung ihren berechtigten Protest in die Öffentlichkeit. Mittlerweile erfährt die Initiative „Pflege am Boden“, die in über 100 Städten in ganz Deutschland ihre Verankerung findet, auch einen breiten öffentlichen Zuspruch. Deutschlandweit solidarisieren sich nun auch Führungspersonen und Heimleitungen.

Gefordert werden bessere Standards und eine menschenwürdige Pflege. Es geht um bessere Rahmenbedingungen in der Pflege, mehr Geld, mehr Personal und mehr Zeit, aber auch um die umfassende Versorgung von pflegebedürftigen Menschen.

Die Rahmenbedingungen haben sich seit der Umstellung des Finanzierungssystems massiv verschlechtert. Damals wurden viel zu niedrige Zeitvorgaben für all Tätigkeiten festgelegt. Dies führt dazu, dass die Beschäftigten kaum mehr dem Anspruch eines fürsorgenden Pflegeethos nachkommen können. Fürsorge bedarf auch der emotionalen Bindung, wozu heute einfach die Zeit fehlt.

So versorgt in Deutschland beispielweise eine Pflegekraft in einem Pflegeheim ca. 12 hilfs- und pflegebedürftige Menschen. Pro Schicht und nach Abzug aller Nebentätigkeitsteht steht einer Pflegekraft für die Patientenversorgung nur knapp 25 Minuten zu Verfügung. Auch für die Nahrungsaufnahme, also drei Haupt- und zwei Zwischenmahlzeiten, sind gerade einmal ca. 12 Minuten vorgesehen. Das steht der menschenwürdigen Pflege entgegen.

Über vielfältige Aktivitäten weisen Beschäftigte auf all die schlechter werdenden Bedingungen hin. Krellmann: „Ein solcher Protest erfordert neben Beruf und Familie viel Kraft, was mich persönlich sehr beeindruckt. Ich wünsche den Aktiven von „Pflege am Boden“ Hameln weiterhin gutes Gelingen.“

(Presseerklärung vom 07.11.2014)

 

Weiterführende Informationen zur Pflegereform und Arbeitsbedingungen in der Pflege.

 

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