20. Januar 2015
bunt statt braun / Bericht von der Mahnwache

Einblicke eines Demo-Neulings / Schülerpraktikantin im Einsatz

thomas

Am 19.01.2015 fand sich, nach einem Aufruf des Bündnisses BUNT STATT BRAUN, um 18 Uhr Hameln und Umgebung am Bahnhofskreisel zusammen, um Mahnwache gegen den angemeldeten Abendspaziergang der HAMGIDA (Hamelner Ableger der PEGIDA-Bewegung) zu halten. Trotz der überraschenden Absage dieser Bewegung, trotzten die rund 900 Besucher und Redner der Kälte und standen dafür ein, dass Hameln bunt ist - und es bleibt. Die Mahnwache war, ganz nach dem Motto, bunt besucht: Menschen aus verschiedenen Kulturen applaudierten den Rednern und hielten u.a. Transparente mit eindeutigem Bezug auf PEGIDA in die Luft: Informieren statt Spazieren!

 

Zu Beginn richtete Philipp Meyer, Superintendent des Kirchenkreises Hameln-Pyrmont, deutliche Worte an die Zuhörer. Vor Gott gäbe es keine Ausländer und genauso wenig glaube er an einen Konflikt zwischen dem Morgen- und dem Abendland, denn das Christentum sei schon immer eine Religion des Respekts gewesen und im Namen dieser, im Morgenland entstandenen Glaubensrichtung, andere Menschen verjagen zu wollen, spräche gegen das Wort Gottes.

Auch der Oberbürgermeister Hamelns, Claudio Griese, sprach zu den friedlichen Demonstranten und erinnerte daran, dass selbst die vermeintlichen Deutschen einmal als Glaubensflüchtlinge aus Frankreich oder in den 50er Jahren als beworbene Gastarbeiter kamen. Daraus ergäbe sich, dass auch heute andere Bevölkerungsgruppen in der Mitte Hamelns aufgenommen werden sollen und jeder ein Recht auf Religionsfreiheit genießen kann.

Sogar der Landrat, Tjark Bartels, stellte sich auf die kleine Bühne und sprach sich gegen den Wahnsinn der PEGIDA, und für ein buntes, gerechtes Deutschland aus.

Auch ein Vertreter der Muslime trat vor die Teilnehmer der Mahnwache und legte seine Meinung zu PEGIDA offen.

In einem Land, in dem der Rassismus, Extremismus und Anti-Semitismus gerade neu an Zuwendung gewinnen, war es ein umso willkommenerer Anblick, eine solche Menge an Menschen aller Altersgruppen auf einem Fleck zu sehen, die, trotz Absage, ein Zeichen genau dagegen setzen wollten. Es ist dringend erforderlich, sich nicht von der Panikmache der PEGIDA beeinflussen zu lassen und für die Vielfältigkeit auf die Straße zu gehen, wenn es die Umstände erfordern.

Pünktlich um 19 Uhr, wie geplant, teilte sich die Menge, räumte die blockierte Straße des Kreisels und trat, hoffentlich zufrieden mit ihrem Werk, den Heimweg an. Doch es wird mit Sicherheit nicht die letzte Mahnwache gegen den Fremdenhass gewesen sein, denn HAMGIDA hat bereits angekündigt, Mittel und Wege zu finden, doch einen Abendspaziergang durch die Hamelner Straßen zu tätigen. Allerdings wird man sich wohl zuversichtlich geben dürfen, dass die Gegenstimme laut genug sein wird!

 

Zweitstimme für die LINKE.

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